Die HoffnungsBAUer in Kenia – so war es!

Ende September war es endlich soweit und das erste Team unserer HoffnungsBAUer seit offiziellem Start der Initiative Anfang dieses Jahres machte sich auf den Weg nach Kenia, um in der dörflichen Gemeinschaft Kariunga Village an zwei Häusern für zwei Familien zu bauen.
Hier, am Fuße des Mount Kenia in der Region Laikipia lebt ein Großteil der Bevölkerung unterhalb der Armutsgrenze von 1,90US$ am Tag. Die Menschen im ländlichen Raum leben in der Regel in heruntergekommenen Wellblechhütten oder undichten Lehmhütten und sind immer dem Risiko ausgesetzt, dass ihr bescheidenes Hab und Gut der Regenzeit zum Opfer fällt. Zugleich bietet ihr einfacher Unterschlupf den meisten Familien keinen hinreichenden Schutz vor Krankheiten wie Malaria, Durchfall, Atemwegsinfektionen und Parasitenbefall – Krankheiten, die unter den gegebenen Umständen oftmals einen schwerwiegenden Verlauf nehmen. Ebenso ist es nicht selten, dass eine Familie in einem Zuhause von nur wenigen Quadratmetern ohne Fenster und fließendes Wasser lebt. Zusammen mit unseren HoffnungsBAUern setzen wir uns dafür ein, solche Wohnsituationen zu verbessern und Menschen ein würdevolles Zuhause zu schaffen und so das Fundament für ein Leben in Stärke, Stabilität und Selbstbestimmung zu bauen.
Nach einem herzlichen Empfang durch die Ortsgemeinschaft und Kennenlernen der zukünftigen Hausbesitzer, nahmen die 24 Freiwilligen zwei Tage nach Ankunft in Kenia die Arbeit auf der Baustelle im Kariunga Village auf. Alle packten tatkräftig an und das Team, bestehend aus Mitarbeitern verschiedener Unternehmen aus der Baubranche, wuchs schnell zu einer Einheit zusammen – unterschiedliche Abteilungszugehörigkeit und Hierarchien traten dabei ganz schnell in den Hintergrund. Denn Hand in Hand und Seite an Seite mit lokalen Helfern wurde Beton gemischt, gemauert und unter einfachen Bedingungen ohne Strom und Maschinen gewerkelt. Der Transport von Steinen über eine Menschenkette, das händische Biegen von Bewehrungen sowie das Zuschneiden von Steinen mit Macheten. Auch für erfahrene Handwerker eine Herausforderung, der sich gern gestellt wurde.

HoffnungsBAUer für Habitat for Humanity in Kenia
Durch die enge Zusammenarbeit mit den Begünstigten erfuhren unsere HoffnungsBAUer zudem den Alltag der Einheimischen sowie die lokalen Gegebenheiten unmittelbar. Die Motivation und der Zusammenhalt des Teams wuchsen von Tag zu Tag; alle unterstützten sich gegenseitig wo sie nur konnten – so gingen die Arbeiten zügig voran. So nahm die Woche ihren Verlauf und es wurde geschuftet, geschwitzt und zusammen gelacht. Allen sprachlichen und kulturellen Verschiedenheiten zum Trotz. Je mehr geschafft wurde, umso bewegter und mit Stolz erfüllt zeigte sich auch die Stimmung unserer HoffnungsBAUer – erfuhren sie doch wie Hilfe zur Selbsthilfe umgesetzt und sichtbare Wirkung erzielt werden kann: „Das war die beeindruckendste Reise meines Lebens“, lächelt eine Teilnehmerin.
„Es ist einfach großartig, selbst zu sehen, was mit dem passiert, was man erarbeitet hat – auch wenn man dabei nur ein kleines Zahnrad ist“, erläutert Anton Bausinger, Geschäftsführer des Kölner Bauunternehmens Friedrich Wassermann. „Wir sehen die Leute, die das Haus hinterher nutzen, und haben Kontakt zu ihnen. Wir arbeiten zusammen, wir essen gemeinsam zu Mittag. Das macht den Unterschied und ist einfach fantastisch! Natürlich ist unsere Arbeit hier nur ein Tropfen auf den heißen Stein, das ist uns allen klar. Aber wenn man nie mit einem Tropfen anfängt, wird auch nie eine Suppe daraus“.
Die zukünftigen Bewohner bauen ihr neues Zuhause zusammen mit der finanziellen, aber vor allem persönlichen Unterstützung der HoffnungsBAUer. Diese fungieren somit nicht allein als Geldgeber, sondern errichten gemeinsam mit den Einheimischen eine starke Basis für die Zukunft. Zudem bindet Habitat for Humanity die lokale Gemeinschaft nicht erst auf der Baustelle mit ein, sondern bereits im Vorfeld. So wurde durch unseren Projektpartner Habitat Kenia gemeinsam mit lokalen Handwerkern ein eigenes Herstellungsverfahren für Mauersteine entwickelt. Dabei wird Erde gesiebt, mit Zement vermischt und die Masse in eine Presse gedrückt. Im Anschluss trocknen die so hergestellten Pressziegel in der Sonne. Heute werden diese Ziegel nicht nur für die Hilfsprojekte eingesetzt, sondern die örtliche Bevölkerung kauft sie auch für eigene Bauprojekte. Dadurch erhalten einheimische, meist ungelernte Kräfte eine Einkommen generierende Aufgabe. Mittlerweile besteht sogar eine Frauenkooperative, die Steine herstellt und verkauft. So entstehen kleine Geschäftsaktivitäten vor Ort und das Hilfsprojekt schafft einen sichtlichen Mehrwert für die Region.

HoffnungsBAUer für Habitat for Humanity in Kenia
Darüber hinaus setzen wir vor Ort weitere Maßnahmen um, von denen das gesamte Dorf profitiert und die die Lebensverhältnisse für alle Dorfbewohner sukzessive verbessern. So weihten die HoffnungsBAUer während des Freiwilligenprojekts einen Brunnen ein, der u.a. mit Spendengeldern der Initiative finanziert und von kenianischen Handwerkern erschlossen wurde. Damit steht den Einwohnern von Nanyuki ganzjährig sauberes Trinkwasser im Dorfzentrum zur Verfügung.
Der letzte Tag auf der Baustelle war geprägt von starken Emotionen. Die Abschlussfeier fand im strömenden Regen statt, der die einfachen Worte der neuen Hausbesitzerin, die klarer nicht sein könnten und noch lange nachhallen, unterstrich: „Bisher hatte ich Angst vor der Nacht, sobald ich die ersten Regentropfen hörte. Angst davor, dass das Wasser wieder in unsere Hütte läuft und ich die ganze Nacht mit den Kindern auf dem Arm wach bleiben muss um das Schlimmste zu verhindern. Das wird sich nun ändern.“
„Das, was wir erlebt haben, ist nun ein Teil von mir und wird gewiss Einfluss auf meine Zukunft haben. Sicherlich wird uns der Alltag und unser Leben wieder einholen, dennoch glaube ich, dass etwas bleiben wird. Ich durfte Teil von etwas Großartigem sein, dafür ein herzliches Dankeschön!“, bringt es ein Teammitglied auf den Punkt.
Solange wir die Erfahrung machen, dass unsere Hilfsprojekte wirklich etwas bewegen, solange bauen wir und setzen uns ein für das Recht auf ein Dach über dem Kopf!
Wir bauen. Zusammen. Für Menschen in Not. Wir sind HoffnungsBAUer.